Einträge von Felix

Wer sind wir?

Queer kann alles sein, nur nicht unpolitisch. Bei uns ist queer Programm!

Queer beginnt in unserem Selbstverständnis bei Geschlechtsidentität und von Heteronormativität abweichendem Begehren, geht dann aber fließend in das radikale Hinterfragen aller Normen über. Geschlechterkategorien sehen wir nicht als biologische Tatsachen, sondern als gesellschaftliche Konstrukte. Unter queerer Politik verstehen wir anti-identitäre Politiken wie auch eine Kritik an (normierenden) Identitäten. Und zwar sowohl theoretisch wie auch praktisch. Es geht uns also um das Hinterfragen und Aufbrechen binärer Geschlechterkonzepte, Schönheits- und Gesundheitsideale, wie auch Standard-Beziehungs-, Sexual- und Lebensentwürfe sowie Ländergrenzen (Homonationalismus), die in unseren und anderen Köpfen und Praxen existieren. Damit einhergehend ist queer für uns ein ständiges Mitdenken und Entdecken von Machtstrukturen wie Rassismus, Kapitalismus, Sexismus, Ageism, Antisemitismus, Bodyism, Klassismus, Ableism, Islamfeindlichkeit und andere (uns ist bewusst, dass durch das „und andere“ einige Machtstrukturen als weniger wichtig zusammengefasst und auf eine Ebene gestellt werden) und eine kritische Haltung gegenüber diesen – nicht nur innerhalb der Bewegung. In der Auseinandersetzung mit queer ist es uns außerdem wichtig, die Selbstdefinitionen, Identitäten bzw. Nicht-Identitäten von allen Menschen anzuerkennen und Verhalten, welches diesem Selbstverständnis entgegen steht und/oder in anderer Weise Menschen diskriminiert bzw. unterdrückt zu kritisieren und entgegenzutreten. Hier anknüpfend ist es für uns ein Unterschied, ob Menschen sich nicht einordnen wollen oder sich nicht einordnen können oder beides gleichzeitig. Queer ist für uns eben genau dieses offen lassen und der selbstverständliche Umgang mit Nicht-Kategorisierungen. Es soll in Ordnung sein sich nicht über bestimmte Begriffe definieren zu wollen bzw. je nach Situation, Stimmung, Vorstellung und Dringlichkeit eine Kategorie frei wählen zu können. Menschen, die weder ihr Geschlecht, noch ihr sexuelles Begehren aussprechen und somit festlegen wollen sind Realitäten und dem soll queer Genüge tun.